Meine ersten 8 Tipps zur Vermeidung von Plastik im Alltag

Es wird mal wieder Zeit für ein bisschen Nachhaltigkeit!

Ist es schwierig im Alltag auf Plastik bzw. Kunststoffe zu verzichten? Nicht unbedingt wie ich finde! Aber manchmal ist vorausschauendes Denken erforderlich. Wenn man beispielsweise in einen Unverpacktladen geht, sollte man bestensfalls schon Verpackungen mitbringen. Auch in meiner Mittagspause habe ich immer einen Behälter dabei, in den meine Suppe gefüllt werden kann. Einkaufstaschen und eine Wasserflasche habe ich sowieso immer im Rucksack und ab und zu hilft auch einfach Verzicht auf Dinge, die man nicht unbedingt braucht.

Ich nehme euch am besten mal mit durch einen Samstag, der so in meinem oder auch eurem Leben gut stattfinden könnte, und gebe euch meine ersten acht Tipps zur Vermeidung von Plastik im Alltag.

 

Kaffee geht auch ohne Abfall

Gleich am Morgen beginnt es schon mit dem ersten Kaffee. Als vor etwa 15 Jahren die ersten Pad- und Kapselmaschinen auf den Markt kamen, waren die meisten Leute begeistert. Der Kaffee ist schon vorportioniert und er ist vor allem schnell gekocht. Und was man damit alles machen kann! Espresso, Latte Macchiato, Cappuccino… An die hohen Kosten und den enormen Abfall haben wahrscheinlich die wenigsten gedacht. Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: Für eine Tasse Kapselkaffee zahlt man etwa 30 Cent, wogegen eine Tasse normaler Filterkaffee bei etwa 6 Cent liegt. Selbst wenn man Fairtrade/Bio-Kaffee kauft, liegt man mit rund 12 Cent noch deutlich unter der Kapselmaschine – und tut sowohl etwas für die Umwelt als auch für die Menschen in den Anbauregionen. Mehr als 5000 Tonnen Müll aus Kaffeekapseln werden Jahr für Jahr produziert und im Gegensatz zu den kompostierbaren Kaffeefiltern ist das bei Kapseln aus Aluminum und Pads aus Plastik deutlich schwieriger.

Für mich als Nicht-Kaffee-Trinkerin hat sich die Umstellung von einer Tassimo auf eine French Press gelohnt. Erstmal brauche ich wesentlich weniger Stauraum für die Maschine und die nicht mehr vorhandenen Kapseln. Und wenn ich Gäste bekomme, kann ich mir frischen Kaffee auch in kleinen Beuteln direkt im Laden kaufen. Der Vorteil einer French Press liegt außerdem darin, dass man keinen Filter braucht und somit noch weniger Abfall anfällt.

Zurück zum Stück: Handseife

Von der Küche geht es direkt ins Badezimmer. Früher war es normal, sich die Hände mit einem Stück Seife zu waschen, bevor die ersten Flüssigseifen auf den Markt kamen. Ich sehe natürlich ein, dass Flüssigseifen den Vorteil haben, dass man auch mit zwei dreckigen Händen mal eben mit dem Ellenbogen den Drücker bedienen kann und nichts dreckig macht. Aber das sind mir die Plastikbeutel mit den Seifen wirklich nicht wert. Und wenn ihr unbedingt weiterhin Flüssigseife benutzen wollt, dann achtet bitte darauf, dass kein Mikroplastik darin enthalten ist! In vielen Seifen, Shampoos und Waschmitteln ist heutzutage Mikroplastik versteckt, das direkt über den Abfluss ins Meer gerät. Die Partikel sind nämlich so klein, dass die Klärwerke sie nicht herausfiltern können und damit kommen sie ins Meer und lassen die Meeresbewohner oft qualvoll sterben. Zum Thema Mikroplastik werde ich aber noch mal einen gesonderten Artikel verfassen.

Die eigene Wasserflasche dank Refill-Stationen immer auffüllen

Los geht’s am Wochenende in die Stadt. Nach den ersten drei Geschäften bekommt ihr plötzlich Durst und kauft euch im nächsten Drogeriemarkt eine Flasche Wasser. Nicht schlimm findet ihr, ist ja Pfand drauf und weil ich die Flasche zurückgebe, schadet es der Umwelt nicht. Aber schon die Herstellung der Plastikflasche schadet ja der Umwelt, da dafür Erdöl gefördert werden muss. Ich habe immer eine 0,33l Metallflasche im Rucksack. Hier in Deutschland bin ich leider nicht fündig geworden, leider scheint die kleinste Größe 0,5l zu sein. Aber meine Schwester hat mir eine Flasche aus Kanada mitgebracht, die nun im täglichen Gebrauch ist. Und wenn die Shopping- oder Sightseeingtour mal länger dauert, gibt es in allen Großstädten inzwischen Refill-Stationen. Geschäfte bieten diese Stationen an, damit du dort kostenlos dein Wasser nachfüllen kannst. Die teilnehmenden Geschäfte erkennst du an einem blauen Aufkleber an der Tür oder du schaust dir mal diese Liste mit den Standorten an.

Geschenkpapier bestempelt mit Kartoffeln

Packpapier kann so abwechslungsreich sein

Nun fällt dir ein, dass du abends noch zu einem Geburtstag eingeladen bist und unbedingt Geschenkpapier brauchst. Da gibt es heute schon viele Alternativen zu den herkömmlichen, oft beschichteten Geschenkpapieren. Wenn du gar nichts neu kaufen möchtest, bietet sich natürlich Zeitungspapier an. Ich persönlich mag es aber schon, wenn es schön aussieht und deshalb verpacke ich meine Geschenke größtenteils mit Packpapier oder größere Geschenke auch mal in Tüten, die man wieder verwenden kann. Packpapier gibt es inzwischen in sehr vielen verschiedenen Farben und dass Geschenke darin nicht langweilig aussehen müssen, könnt ihr an den Pins in meiner Pinterest-Pinnwand sehen!

Bitte ersetzt die Plastiktüten in der Obst- und Gemüseabteilung!

Genug geshoppt, nun geht es zum Einkaufen. (Ja, ist theoretisch das gleiche, aber einkaufen sind für mich Lebensmittel und shoppen ist alles andere.) Wo ich regelmäßig leichte Aggressionen bekomme, ist in der Obst- und Gemüseabteilung. Die vielen kleinen Plastiktüten, die da verbraucht werden, sind absolut unnötig. Die meisten Artikel kann man einfach lose aufs Band legen oder auch lose abwiegen. Die KassiererInnen verstehen schon, dass wenn von drei Äpfeln nur einer ein Klebeetikett hat, das für alle drei gilt! Und für Kirschtomaten, Kartoffeln oder eine Menge Äpfel gibt es inzwischen auch kleine Beutel aus Stoff oder Netz, die praktisch nichts wiegen und in die man die Ware legen kann. Meine habe ich immer im Rucksack, zusammen mit den großen Stoffbeuteln für den ganzen Einkauf.

Momentan sprießen ja auch immer mehr Unverpackt-Läden aus dem Boden. Diese Entwicklung freut mich sehr und auch hier in Bremen eröffnet wohl bald der zweite Unverpackt-Laden. Spontankäufe sind in diesen Läden zwar schwieriger, aber mit etwas Planung nimmt man eben die entsprechenden Verpackungen von zuhause mit. Und notfalls stehen teilweise Papiertüten oder Gläser zur Verfügung. Auch auf dem Wochenmarkt lassen sich Obst und Gemüse sehr gut lose mitnehmen, obwohl sehr viele Händler die Ware in Plastiktüten verpacken wollen.

Obsttüten Müll reduzieren

3 bis 6 Milliarden Plastik-Strohhalme – pro Tag!

Bei der Party angekommen gibt es den ersten Drink direkt im Flur. Ein leckerer Caipi (oder in meinem Fall ein Ipanema) mit – natürlich – einem Strohhalm aus Plastik. Wusstest du, dass jeden Tag 3 bis 6 Milliarden (!!) Plastik Strohhalme benutzt und weggeschmissen werden?! Ich finde diese Zahl so unfassbar monströs und erschreckend! Vor allem, wenn man bedenkt, dass die Strohhalme im Schnitt nur 15 Minuten in Benutzung sind. Inzwischen gibt es auch tolle Alternativen: Ich habe mir zu Weihnachten Glas-Strohhalme schenken lassen. Bei denen liegt auch direkt eine schmale Bürste dabei, falls jemand an eine problematische Reinigung denkt. Außerdem gibt es Strohhalme aus Edelstahl, Bambus, Papier etc., allerdings ist für mich Glas momentan die beste Alternative, da die Strohhalme sehr lange haltbar und komplett geschmacksneutral sind.

Ein heikles Thema: Luftballons

Auf die Gefahr hin mich unbeliebt zu machen, muss ich auch einmal das Thema Luftballons ansprechen. Vor allem auf Hochzeiten ist es ja schon eine gute alte Tradition, Ballons mit guten Wünschen in die Luft steigen zu lassen. Tatsächlich habe ich auch erst vor kurzem über das Thema nachgedacht und auf einmal kam es mir total absurd vor. Die Luftballons fliegen kilometerweit um dann auf Feldern oder in Flüssen zu landen. Von da gelangen sie in die Mägen der Tiere und lassen diese qualvoll sterben! In dem Fall lasse ich das fünfminütige Spektakel doch lieber sein.

Bienenwachstücher zum Abdecken von Speisen

Der Sonntag ist nun angebrochen und nach der ersten Spazierrunde in der Sonne kommt der Hunger. Glücklicherweise steht noch ein Auflauf von Freitag im Kühlschrank, abgedeckt diesmal mit einem Bienenwachstuch (oder auch Bee Wrap) statt der obligatorischen Frischhaltefolie. Vor einigen Monaten habe ich zwei Bienenwachstücher von einer Freundin geschenkt bekommen und war begeistert, da ich die bisher noch nicht kannte. Im Alltag haben sie sich bewährt, zumindest das eine, das ich nicht zu heiß abgewischt habe. Inzwischen habe ich aber festgestellt, dass meine beiden Tücher zu klein für meine Auflaufform sind und deshalb werde ich mich bald mal an die eigene Herstellung machen. So schwer ist das gar nicht. Ich werde euch das Ergebnis dann auch hier verlinken.

 Tipps zur Vermeidung von Plastik - Strohhalm aus Glas

Nun würde mich ja interessieren, ob ihr davon auch schon etwas umsetzt oder ob das für euch unüberwindbare Hürden sind. In welchen Bereichen fällt euch der Verzicht auf Plastik besonders schwer?

Eure Marileen

3 Comments

  1. Pingback: Mein plastikfreier Monat - wie war er und wie geht's weiter? | Holz & Hefe | Back- und Nachhaltigkeitsblog

  2. anett 15. September 2018 at 9:17

    Super Artikel, der mir aus der Seele spricht. Wo hast du denn die süßen Netze für Obst und Gemüse her ?

    Liebe Grüße
    Anett von Friedas Kitchen

    Reply
    1. Marileen | Holz & Hefe 16. September 2018 at 15:34

      Hallo Anett,

      das freut michs sehr! Die Beutel sind von Greenderella. Einfach mal googeln, sie hat einen etsy-Shop oder auf Amazon gibt es die auch.

      Liebe Grüße
      Marileen

      Reply

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