Frankfurter Kranz Schnitten – ein Klassiker neu interpretiert

Mein heutiger Beitrag hat eine längere Vorgeschichte. Und zwar ist der Frankfurter Kranz die Lieblingstorte meines Vaters und meine Oma hat ihn früher zu vielen Gelegenheiten gebacken. Zum Geburtstag meines Vaters vor zwei Jahren habe ich den Kranz backen wollen, nur musste er die Fahrt nach Flensburg überstehen – und das im Spätsommer. Da ich auch keine Lust hatte, extra eine Kranzform zu kaufen, habe ich kurzerhand Frankfurter Kranz Schnitten daraus gemacht, die auch deutlich einfacher zu transportieren waren. Das Ergebnis habe ich euch im September 2016 schon bei Instagram gezeigt. Erst heute komme ich dazu, die Torte noch einmal zu backen und diesmal auch zu verbloggen.

Frankfurter Kranz Schnitten

Eigentlich sollte mein Vater auch diesmal wieder in den Genuss kommen und zwar an Ostersonntag. Da die Wetterfrösche aber schon wieder Schnee voraussagten, sind meine Eltern doch nicht gekommen und Freunde und Kollegen konnten sich auch diesmal über ein Stück Torte freuen! Da man die Stücke recht dünn schneidet, bekommt man etwa 20 Schnitten aus dem Frankfurter „Kranz“.

Frankfurter Kranz Schnitten

Für Frankfurter Kranz Schnitten braucht ihr:

Für den Kuchen:

  • 200g Margarine
  • 200g Zucker
  • 200g Mehl
  • 2 TL Backpulver
  • 4 Eier

Für die Creme:

  • 375ml Milch
  • 1 Vanilleschote
  • 3 Eigelb
  • 40g Speisestärke
  • 75g Zucker
  • 300g weiche Butter
  • 150g Puderzucker

Außerdem:

  • 125g Kirschgelee
  • 150g Haselnusskrokant
  • ein paar Haselnüsse zur Deko

Frankfurter Kranz Schnitten

Für den Kuchen Margarine, Zucker, Mehl, Backpulver und Eier gut verrühren und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech (25x38cm) streichen. Der Teig muss wirklich gleichmäßig verstrichen werden. Solltet ihr kein entsprechend großes Backblech haben, mit einem Backrahmen arbeiten. Im vorgeheizten Backofen bei 180°C (Umluft) etwa 7 Minunte backen. Fünf Minuten ruhen lassen, dann auf ein Grillrost stürzen und das Backpapier abziehen. Komplett auskühlen lassen.

Für die Creme die Vanilleschote auskratzen und sowohl das Mark als auch die Schote zusammen mit der Milch (1 EL vorher abnehmen) unter ständigem Rühren aufkochen. Vom Herd nehmen und fünf Minuten ziehen lassen. Währenddessen Eigelbe, Zucker, Speisestärke und 1 EL Milch glattrühren. Die Vanilleschote aus der Vanillemilch nehmen und den Topf wieder auf den Herd stellen. Die Ei-Mischung unter ständigem Rühren hinzugeben, einmal aufkochen, bis der Pudding eindickt, und ihn dann in eine Schüssel füllen. Den Pudding mit einer Klarsichtfolie oder – im Sinne der Nachhaltigkeit – mit einem kleineren Deckel direkt abdecken, so dass er keine Haut bildet. Auf Zimmertemperatur abkühlen lassen.

Den Vanillepudding durch ein feines Sieb streichen. Die weiche Butter mit dem Puderzucker schaumig schlagen und den Vanillepudding Löffel für Löffel unterrühren.

Frankfurter_Kranz_Schnitten

Den Boden in vier Stücke à 25 x 9,5 cm schneiden. Ich musste aufgrund der Rundungen jeweils 1 cm Rand abschneiden. Den untersten Boden auf eine Tortenplatte stellen und mit 1/3 des Kirschgelees bestreichen, dabei einen kleinen Rand lassen (1). Das Gelee eventuell vorher kurz im Topf erwärmen. Nun 1/5 der Vanille-Buttercreme mit einem Spritzbeutel auf das Gelee auftragen, dabei zuerst den Rand spritzen (2+3). Ich wiege in diesem Fall die Creme ab, damit ich ein gleichmäßiges Ergebnis erhalte. Mit zwei weiteren Böden genauso verfahren. Den letzten Boden dann nicht mehr mit dem Kirschgelee bestreichen, sondern nur noch mit der Buttercreme (es müssten noch 2/5 übrig sein). Die Seiten ebenfalls mit der Vanille-Buttercreme einstreichen bzw. aufspritzen und glattstreichen (4), vorher 2 EL für die Cremetuffs abnehmen.

Nun den Haselnusskrokant auf die Seiten und den Deckel geben und leicht andrücken. Ich mache das mit einer Teigschaberkarte. Mit einem Spritzbeutel einige Cremetuffs auf die Torte spritzen und mit Krokant oder ganzen Haselnüssen dekorieren. Man kann für die Frankfurter Kranz Schnitten natürlich auch originalgetreu kandierte Kirschen nehmen, aber ich kenne niemanden, der die mag…

Hier ist das Rezept als PDF

Frankfurter Kranz Schnitten

Übrigens haben viele, die vorher gesagt haben: „Frankfurter Kranz mag ich nicht“, diese Schnitten für sehr lecker befunden! Gibt es denn auch bei euch in der Familie Klassiker, an die ihr euch vor kurzem erst herangetraut habt? Vielleicht auch, weil eure Oma die Königin der Waffeln, des Apfelkuchens oder eben des Frankfurter Kranzes ist?

Eure Marileen

4 Comments

  1. Maren 6. April 2018 at 18:02

    Liebe Marileen,
    das ist eben der Unterschied! Auch ich gehörte zu denen, die gesagt haben:“Frankfurter Kranz? Mag ich nicht!“ Aber dann habe ich selber einen gebacken – auch für meinen (inzwischen verstorbenen) Vater. Mit guten Zutaten und ganz viel Liebe. Und siehe da, jetzt wusste ich warum ein Frankfurter Kranz ein Klassiker geworden ist.
    Deine Interpretation gefällt mir ausgesprochen gut. Sehr fein und wunderschön präsentiert.
    Liebe Grüße Maren

    Reply
    1. Marileen | HOLZ & HEFE 6. April 2018 at 20:12

      Liebe Maren,

      wie schön, dass dich der Frankfurter Kranz auch an deinen Vater erinnert!

      Für mich gehörte er auch definitiv nicht zu meinen Lieblingstorten, aber mit einer selbstgemachten Vanille-Buttercreme schmeckt der Kranz wirklich sehr lecker und nicht ganz so mächtig wie mit einer amerikanischen Buttercreme.

      Dein Lob freut mich sehr!
      Liebe Grüße
      Marileen

      Reply
  2. Marion (Unterfreundenblog) 7. April 2018 at 7:08

    Liebe Marileen!
    Was für eine schöne Idee! Frankfurter Kranz ist eine meiner liebsten Kindheits-Kuchen-Erinnerungen. Meine Tante hat ihn bei jedem Fest gebacken. Ich habe ihn sicher schon seit 20 Jahren nicht mehr gegessen und habe jetzt so richtig Lust drauf, wenn ich Deine tolle Version sehe. Danke für die tolle Idee, wird sofort gepinnt und bestimmt bald nachgebacken!
    Und Du hast so recht – kandierte Belegkirschen? Uaaaah, braucht kein Mensch!
    Ein schönes, supersonniges Wochenende wünsche ich Dir!
    Marion

    Reply
    1. Marileen | HOLZ & HEFE 8. April 2018 at 20:44

      Liebe Marion,

      das freut mich aber sehr, dass da gute Erinnerungen hochkommen! Der Frankfurter Kranz ist wirklich ein absoluter Klassiker. Ich habe gerade mal nachgeforscht, den ersten Kranz (der eigentlich eine Krone sein soll) soll es schon 1735 gegeben haben!
      Ich würde mich natürlich sehr freuen, wenn dir die Schnitten schmecken. Damit revanchiere ich mich praktisch für deine Pralinen-Eier ;).

      Ganz liebe Grüße
      Marileen

      Reply

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