Obsttüten Müll reduzieren

Neue GRÜNe Kategorie und wie ich meinen Müll reduzieren will

In meinem ersten Beitrag nach meiner Blogpause habe ich euch ja bereits erzählt, dass ich mich auch um andere Themen als Holz und Hefe kümmern möchte und nun ist es soweit. Es gibt eine neue Kategorie auf meinem Blog: Grün! Schon lange beschäftige ich mich damit, wie ich mein Leben nachhaltiger gestalten kann, gerade in den letzten Wochen habe ich mich aber noch intensiver mit dem Thema auseinandergesetzt und es gibt soooo viel zu entdecken und zu erzählen!

Erst habe ich überlegt, ob mein Weg zu mehr Nachhaltigkeit für euch wirklich interessant sein könnte – es gibt schließlich schon unzählige Blogs und Magazine zu dem Thema. Dann fiel mir aber ein: Warum sollte der 378. Marmorkuchen auf einem Blog interessanter sein als mein Weg zu einem grüneren Leben? Außerdem ist das auch für mich ein kleiner Arschtritt, wenn mich jemand auf meinem Weg begleitet! Ich werde keinen allgemeingültigen Weg aufzeigen können und ich werde auch nicht zum Zero-Waste-Girl, aber ich möchte einen für mich guten Weg finden um nachhaltiger zu leben.

Laut Duden ist Nachhaltigkeit ein „Prinzip, nach dem nicht mehr verbraucht werden darf, als jeweils nachwachsen, sich regenerieren, künftig wieder bereitgestellt werden kann.“

Das klingt schlüssig. Für mich bedeutet Nachhaltigkeit vor allem, so weit es geht auf Plastik zu verzichten, nicht immer alles Neue haben zu wollen, wenn das Alte noch gut ist, und bei neuen Dingen auf eine faire Herstellung zu achten. Ich habe schon in meinem letzten Beitrag geschrieben, dass ich eigentlich ein absoluter Konsumjunkie bin. Ich könnte auch einen An- und Verkauf aufmachen, so viel habe ich immer gekauft und wieder verkauft.. Dadurch, dass ich ständig neu dekoriere und auch gerne umziehe UND mein Einrichtungsgeschmack sich auch mindestens alle zwei Jahre komplett ändert, häufen sich die Möbel und Dekoartikel. Aber irgendwie kann es das ja auch nicht sein.

Momentan sitzen noch Engelchen und Teufelchen auf meiner Schulter: Das Teufelchen hat Angst zum Spießer zu mutieren, wenn ich nicht immer wieder umdekorieren kann. Das Engelchen hat widerum die teilweise unterirdischen Arbeitsbedingungen der Menschen im Sinn, die diese Deko herstellen. Kann ich mein Gewissen dadurch beruhigen, dass ich nur noch nachhaltige Deko kaufe? Generell ja, aber noch besser wäre es gar keine bzw. nur noch sehr wenig neue Deko zu kaufen. Denn auch für nachhaltige Produkte müssen Bäume gefällt werden.

Nun ist die Frage, ob eine Konsumtante wie ich dem Ganzen wirklich so einfach abschwören kann? Fakt ist, dass ich mich auch weiterhin mit schönen Dingen umgeben möchte. Aber ich weiß auch, dass ich in Zukunft zweimal überlegen muss, ob ich etwas wirklich brauche.

Obsttüten Müll reduzieren

Erstmal abtragen und dann durch Gutes ersetzen.

Wichtig ist auch, dass ich beispielsweise nicht alle Küchenutensilien, die ich noch aus Plastik besitze und die noch gut sind, wegschmeiße und durch solche aus Holz ersetze. Sondern, dass ich sie weiterhin so lange nutze, bis sie kaputt sind und mir dann erst hochwertige und nachhaltigere zulege. Genau das gleiche ist es mit Klamotten. Ich werde nun nicht auf einmal alle Hummel-Schuhe weggeben, wenn sie doch noch gut sind. Aber wenn ich neue Schuhe kaufe, werde ich sie nach anderen Maßstäben aussuchen. Trotzdem gibt es einiges, was weg muss; was ich auch sicher nicht mehr brauchen werde. Und dafür habe ich heute mal wieder einen Wohnungsflohmarkt veranstaltet. Der eignet sich hervorragend um guterhaltende Dinge Freunden zu geben. Der Flohmarkt hat sich in doppelter Hinsicht gelohnt. Ich habe einiges an Geld eingenommen und bin vieles losgeworden. Der Rest kommt nun ins Sozialkaufhaus.

Neben meinem Wohnungsflohmarkt werde ich in den nächsten zwei Wochen ein Mülltagebuch führen. Klingt auf den ersten Blick nicht so cool, aber ich will mir im Klaren darüber werden, woher mein Müll stammt. Warum habe ich noch immer alle zwei Wochen einen fast vollen gelben Sack, auch wenn ich bereits so darauf achte kein Plastik zu kaufen? Schon seit gut anderthalb Jahren habe ich für den Obst- und Gemüseeinkauf kleine Säckchen, so dass ich die Plastiktütchen im Supermarkt nicht mehr brauche. Trotzdem ertappe ich mich dabei, wie ich z.B. Rucola in diesen blöden Plastikboxen kaufe, weil es das nicht lose im Supermarkt gibt und ich vergessen habe zum Markt zu fahren.

Keine Werbung

Einen wichtigen Schritt im Hinblick auf weniger Papiermüll bin ich vor ein paar Tagen bereits gegangen.

Ich habe das Werbung-Schild an meinem Briefkasten umgedreht! Weshalb ich das bisher nicht gemacht habe? Weil mich die wöchentliche Restaurantkritik in unserer lokalen kostenlosen Zeitung so interessiert. Allerdings war ich auch bei einer guten Bewertung noch nie danach in einem dieser Restaurants. Und notfalls kann ich mir die Zeitung auch immer noch bei einer Nachbarin ausleihen.

Erschütternd wird vermutlich auch meine Lebensmittel-Wegwerf-Bilanz ausfallen. Ich bin so ein elendiger das-sieht-nicht-mehr-gut-aus-also-schmeiße-ich-es-lieber-weg-Mensch. Ja, ich schäme mich dafür, aber vor allem gelobe ich Besserung. Hier und heute! In etwa zwei Wochen werde ich euch meine Müllbilanz präsentieren und welche Schlüsse ich daraus ziehe… Ich bin selbst sehr gespannt.

Habt ihr noch gute Tipps für mich zur Müllvermeidung?

Macht’s gut, eure Marileen

7 Kommentare

  1. Ich muß gestehen, daß ich das Vorhaben weniger Müll zu produzieren sehr gut finde! Ich habe mir mechanische Bleistifte zugelegt mit dickerer Mine, weil ich die 0,5er zu dünn finde (es gibt welche mit 2 und 5mm Minen). Dadurch muß ich keine mit Holz kaufen und dafür werden keine Bäume gefällt, der mechanische Bleistift wird jahrelang halten und da ich viel zeichne, war das für mich praktisch. Auch nutze ich Füller mit Convertern, die aufgefüllt werden können = keine Patronen bzw. Wegwerfkullis, die ich brauche. Es sind zwar nur Kleinigkeiten, aber machen ein gutes Gefühl beim Schreiben.

    Zu den kleinen Säckchen beim Gemüsekauf habe ich allerdings eine Frage: Woraus sind diese gemacht? Wie nutzt du sie? Die finde ich nämlich ganz spannend. Wie gehen die Supermärkte damit um, wenn das Gemüse z.B. gewogen werden muß? Mich beschäftigt die Frage schon so lange, wie ich diesen Müll vermeiden kann. Hier in der Nähe gibt es leider keinen Verpackungsfrei Laden. Auf dem Land hinkt das halt hinterher. 😉

    Würde mich über eine Antwort oder einen Post zu deinen Einkaufsgewohnheiten und der Müllvermeidung dabei sehr freuen!

    Liebe Grüße!

    1. Marileen | HOLZ & HEFE

      Ganz lieben Dank für deinen Kommentar!
      Bleistifte nutze ich äußerst selten, aber bei meinen nächsten Kugelschreibern werde ich definitiv nach guten Produkten Ausschau halten. Diese Füller sagen mir gar nichts, da werde ich aber auch mal schauen.

      Die kleinen Beutel sind aus Bio-Baumwolle und GOTS-zertifiziert! Ich habe drei Stück davon, die sind von Greenderella. Normalerweise habe ich mindestens zwei davon im Rucksack, so dass ich sie bei jedem Einkauf dabei habe. Mein Stamm-Supermarkt kennt mich inzwischen natürlich schon, aber auch die anderen nehmen das problemlos hin. Anfangs wollten die Kassierer das Obst zum Wiegen noch rausnehmen, aber auf die paar Gramm kommt es mir nicht an ;). Außerdem sind die Beutel echt leicht.

      Der nächste verpackungsfreie Laden ist gute zehn Minuten von mir entfernt. Leider ist die Parkplatzsituation da schlecht (ich weiß, der Umweltgedanke und ein Auto widerspricht sich, aber irgendwie muss ich die Gläser ja auch transportieren). Aber manchmal nehme ich Tupperbehälter mit und fülle die Sachen da rein. Und vor allem kann man auch kleine Portionen mitnehmen, das finde ich so toll!

      Zu meinen Einkaufsgewohnheiten kommt beizeiten sicher auch noch ein Post :).
      Liebe Grüße
      Marileen

      1. Finde ich auch total spannend, dein neues Projekt! Ich bin gerade auch dabei mich umweltbewusster zu verhalten, aber auf dem Land ist das Ganze nochmal schwieriger: keine öffentlichen Verkehrsmittel, kein Wochenmarkt (jedenfalls nicht zu Zeiten, wo ich einkaufen gehen kann), keine Unverpackt-Läden, etc. Den ersten Beutel für Gemüse habe ich mir jetzt allerdings auch vor ein paar Wochen genäht und da müssen noch ein paar mehr folgen.

        Für klimabewusste Büromaterialien kann ich dir den Shop memo.de empfehlen.

        Liebste Grüße,
        Anja

  2. Hallo Marileen, ich finde es toll, wie Du das Thema angehst. Auf vielen Blogs und in vielen Büchern, wird empfohlen, mit einem Mal nur noch mit Naturmaterialien zu hantieren und keine Plastik mehr zu verwenden. Da ich aus meiner zwanzigjährigen Haushaltserfahrung gaaaanz schön viele Tupperdosen angesammelt haben, war ich immer etwas irritiert, diese dann mit einem Mal aussortieren zu müssen, weil Plastik. Da gefällt mir Deine Herangehensweise an das Thema doch viel besser: erstmal das was man hat, aufbrauchen und dann bei Neuanschaffungen plastikfrei zu investieren. Ich wollte beim nächsten Mal in meinem Bioladen nachfragen, ob sie mir z. B. den Frischkäse auch in die Dose füllen, damit ich nicht die Plastikschälchen kaufen muss. Mal schauen. LG, Birgit

    1. Marileen | HOLZ & HEFE

      Liebe Birgit,
      freut mich, dass ich dich mit dem Thema auch begeistern kann. Je mehr ich über das Thema lese, desto mehr möchte ich darüber berichten!
      Ich habe auch noch super viel Tupper und werde das jetzt auch nicht aussortieren. Was allerdings weg kommt, obwohl sie noch gut ist, ist meine Tassimo. Einfach aus dem Grund, weil ich dafür ja immer die verpackten Kaffee-Kapseln nachkaufen muss und das möchte ich nicht mehr.
      Das mit dem Frischkäse fänd ich super! Mein Supermarkt macht das leider nicht, da hab ich gestern auch mal nachgefragt. Ich drücke dir die Daumen, dass das klappt!
      Liebe Grüße, Marileen

  3. Moin Marileen!
    Ich finde deine neue Kategorie super, denn bei mir findet auch gerade ein Umdenkprozess statt und ich probiere verschiedene Dinge für mich aus. Wir haben seit einigen Wochenweise Wasserflaschen mehr aus Plastik. Und ich beschäftige mich momentan mit Alternativen im Badbereich. Ich habe nun einige Wochen Haarseife probiert, aber das hat sich als nicht praktikabel für mich herausgestellt und nun bin ich ersteinmal wieder bei gewöhnlichem Shampoo angekommen,immerhin aus dem Bereich der Naturkosmetik. Vielleicht wage ich irgendwann einen zweiten Versuch,vielleicht auch nicht,wichtig ist doch das man sich dem Thema widmet und den für sich passenden Weg findet damit will ich sagen,wenn du Rückschläge erlebst, lass dich davon nicht unterkriegen, wir können einfach nicht alle „super -ökologisch -grün“ durch das Leben gehen, zumindest ist das in unserer Gesellschaft sehr schwer. Ich freue mich auf die Reise mit dir
    Liebe Grüße, Anna

    1. Marileen | HOLZ & HEFE

      Moin Anna,

      es ist echt schön zu hören, wie viele Leute sich schon mit diesem Thema beschäftigen!
      Mein Wasser zapfe ich immer aus dem Hahn, ich mag am liebsten stilles, das ist ganz praktisch :).
      Haarseife habe ich genau einmal ausprobiert und es fühlte sich für mich ganz schrecklich an. Ich habe generell schon fettige Haare und mit der Seife legte sich so ein komischer Film um meine Haare. Mit Drogerieartikeln aus der Naturkosmetik muss ich auch mal intensiver beschäftigen. Wie viele Plastikflaschen ich alleine dafür im Bad habe ist nicht mehr schön.
      Ja du hast Recht. Rückschläge werden sicher mal kommen oder man muss dringend etwas kaufen, was es nur in Plastik verpackt gibt. Aber wenn man im Großen und Ganzen etwas verändern kann, ist das ja schon ein Fortschritt!

      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
      Marileen

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