Sachertorte

Sachertorte aus Österreich {Mein Backtrip durch Europa}

Wie ich gestern ja bereits erzählt habe, sind wir früher immer in den Urlaub gefahren und nicht geflogen. Da meine Heimat ja ganz hoch im Norden liegt, kamen Dänemark-Urlaube nur selten vor bei uns. Schließlich ist man schon nach 20 Minuten Autofahrt in Dänemark und ein Urlaub bedeutet für mich immer eine längere Anreise. Also stiegen wir meist sehr früh ins Auto gen Süden, damit wir zügig durch den Elbtunnel kamen. Meine Schwester und ich auf dem Rücksitz, Mama mit dem großen ADAC-Straßenatlas im Seitenfach und Papa am Steuer. Auf nach Österreich!

Europakarte Österreich

Als wir aus dem kleinsten Kinderalter raus waren, wurde die Urlaubsunterkunft bei uns demokratisch entschieden. Der Prospekt mit den Ferienwohnungen kam auf den Tisch und jeder durfte seine drei Favoriten ankreuzen. Manchmal gab es noch die ein oder andere Diskussion, aber letztendlich waren alle glücklich (zumindest in meiner Erinnerung, aus Erwachsenensicht kann das auch anders gewesen sein).

Sachertorte | Schokoladenkuchen mit Rhabarberkonfitüre und Ganache

Ich erinnere mich noch genau an das Hotel St. Hubertus in Vorarlberg. Typischer hätte Österreich für mich wirklich nicht sein können. 1993 waren wir dort und ich erinnere mich noch wie heute an Eva-Maria und Michael, die im Abendprogramm geschunkelt haben! Ein Traum. Ansonsten war der Urlaub aber wirklich schön, nachdem wir von zwei nicht so schönen Zimmern unten in ein großes Apartment im Dachgeschoss umgesiedelt wurden. Und die Berge waren für Flachlandtiroler wie uns sowieso immer ein Highlight!

Sachertorte | Schokoladenkuchen mit Rhabarberkonfitüre und Ganache

2008 war ich dann noch mal in Wien um eine gute Freundin während ihres Auslandssemesters zu besuchen. Neben den vielen tollen Sehenswürdigkeit habe ich mich durch Wiener Schnitzel, Kaiserschmarrn und Sachertorte geschlemmt. Die Sachertorte haben wir natürlich stilecht im Hotel Sacher gegessen, ich habe sogar ein Foto davon:

Sachertorte im Hotel Sacher

Es ist ja schon ein paar Jahre her, aber ich weiß noch genau, dass die Torte richtig schön schokoladig war. Die Sachertorte ist für mich allerdings eher ein Kuchen, da sie keinerlei Creme enthält, sondern nur Teig, Marmelade und Ganache.

Der Geschichte nach wurde sie im Jahre 1832 von Franz Sacher, einem Lehrling der Hofküche von Fürst Metternich, das erste Mal gebacken. Nach Jahren im Ausland kehrte Franz Sacher 1848 nach Wien zurück, wo er einen Feinkostladen eröffnete. Sein Sohn Eduard ging schließlich beim Hofzuckerbäcker Demel in die Lehre und vollendete in dieser Zeit die Sachertorte. 1876 gründete Eduard Sacher das bekannte Hotel Sacher und die Torte wurde zur Berühmtheit. Noch jahrzehntelang herrschte ein Rechtstreit zwischen der Hofbäckerei Demel und dem Hotel Sacher um den Namen der Sachertorte. Die Bezeichnung „Original Sacher-Torte“ wurde dem Hotel Sacher vorbehalten, während die Firma Demel den Namen „Demel’s Sachertorte“ nutzen darf.

Sachertorte | Schokoladenkuchen mit Rhabarberkonfitüre und Ganache

Nun gibt es auch endlich das Rezept für euch! Für eine Sachertorte in einer 20cm-Springform braucht ihr diese Zutaten:

Für den Boden

  • 120g Butter
  • 120g dunkle Schokolade (60-70%)
  • 5 Eier (Größe L oder 6 Eier Größe M)
  • 100g Puderzucker
  • 80g Zucker
  • 80g Mehl
  • 40g Speisestärke
  • 1/2 TL Backpulver

Für die Füllung und die Ganache

  • 200g Aprikosenkonfitüre (ich habe Rhabarberkonfitüre genommen)
  • 1 EL Amaretto
  • 100g dunkle Schokolade (60-70%)
  • 100ml Sahne
  • 15g Butter

Sachertorte | Schokoladenkuchen mit Rhabarberkonfitüre und Ganache

Für den Boden die Schokolade klein hacken und zusammen mit der Butter über dem mittelwarmen Wasserbad langsam schmelzen und anschließend etwas abkühlen lassen.

Die Eier trennen und das Eigelb mit dem Puderzucker etwa fünf Minuten hellgelb aufschlagen. Die Schoko-Butter-Mischung nach und nach unterrühren.

Das Eiweiß mit dem normalen Zucker zu Eischnee steifschlagen.

Nun Mehl, Speisestärke und Backpulver mischen und nach und nach auf die Eigelb-Butter-Schoko-Masse sieben und unterrühren. Am Schluss den Eischnee in zwei Portionen unterheben. Die Masse in eine mit Backpapier ausgelegte Springform (20cm) füllen und im vorgeheizten Backofen bei 170°C (Umluft) 10 Minuten backen. Dann die Temperatur auf 150°C (Umluft) senken und etwa weitere 40 Minuten zu Ende backen. Unbedingt eine Stäbchenprobe machen!

Fünf Minuten abkühlen lassen, vom Springformrand lösen und einen eventuell krümeligen Deckel dünn abschneiden. Nun den Kuchen auf eine Tortenplatte stürzen, so dass der Boden oben ist. Dadurch wird die Glasur später schön glatt. Den Kuchen auskühlen lassen und einmal waagerecht durchschneiden. Die Konfitüre leicht erwärmen und mit dem Amaretto verrühren (kann auch weggelassen werden). Ein Drittel auf dem unteren Boden verstreichen, dann den oberen Boden aufsetzen und ebenfalls mit einem Drittel Konfitüre bestreichen. Mit dem Rest den Kuchenrand bestreichen. Trocknen lassen.

Sahne und Butter aufkochen und über die kleingehackte Schokolade gießen. Fünf Minuten stehen lassen und erst dann mit einem Schneebesen gut vermengen. Die Ganache über den Kuchen gießen und glattstreichen. Nun kann der Kuchen nach euren Wünschen verziert werden. Typisch für die Sachertorte wäre ein S auf jedem Kuchenstück.

Hier ist das Rezept als PDF

Sachertorte | Schokoladenkuchen mit Rhabarberkonfitüre und Ganache

Die ursprüngliche Sachertorte wird mit Marillenkonfitüre hergestellt. Mich hat der Rhabarber auf dem Markt aber so angelacht, dass ich die Kombination aus Sachertorte mit Rhabarberkonfitüre einfach testen musste und sie hat mich überzeugt. Ich habe die Konfitüre mit 2:1 Gelierzucker hergestellt, damit sie schön sauer ist, und püriert. Wenn ihr süßere Konfitüre nehmt, dann würde ich die Zuckermenge im Kuchen ein wenig reduzieren. Und falls ihr anstatt der 20cm-Springform eine 26cm-Springform nehmen möchtet, könnt ihr die Teigmenge einfach verdoppeln. Der Kuchen wird dann zwar ein bisschen höher, aber das schadet nicht. Lasst ihn nur ein wenig länger im Backofen. Toll ist auch, dass sich der Kuchen problemlos einige Tage hält und mit der Zeit noch saftiger wird. Am besten kühl lagern, aber nicht im Kühlschrank.

Habt einen entspannten Sonntag! Hier kommt gerade die Sonne raus.
Eure Marileen

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2 Kommentare

  1. Die Torte schaut super aus! Da könnt ich jetzt auch ein Stück verdrücken 🙂 Liebe Grüße, Marlene

    1. Marileen | HOLZ & HEFE

      Ganz lieben Dank, liebe Marlene! Der Auftakt der Europareise in Österreich war praktisch ein Muss :).
      Liebe Grüße, Marileen

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