Unterwegs in Frankreich – Von Paris über Bordeaux bis nach St.-Jean-de-Luz am Atlantik

Ich habe eine Schwäche für Franzosen. Naja, für EINEN Franzosen. Bixente Lizarazu. Er ist der Grund, weshalb ich in der siebten Klasse Französisch gewählt habe. Der Grund, weshalb ich diese Reise angetreten habe. (Okay, das klingt jetzt übertrieben, aber ein bisschen Wahrheit steckt schon drin.)

Einmal zur Erklärung: Lizarazu ist ein ehemaliger französischer Fußballspieler, der auch lange Zeit bei Bayern gespielt hat. Wie andere Teenies alles von den Kellys gesammelt haben, hatte ich einen Ordner mit Artikeln über Liza! Treffen wollte ich ihn trotzdem nie, ich hatte immer Angst, dass ich mich auf Französisch mit ihm unterhalten muss…

Also traten meine Freundin Katrin und ich im Juni 2015 diese Reise zum Geburtsort von Lizarazu an (St.-Jean-de-Luz an der französischen Atlantikküste) mit Halt in Paris und Bordeaux. Nach Paris sind wir von Bremen aus geflogen, mit dem Zug ging es dann weiter nach Bordeaux und von da aus sind wir mit dem Leihwagen nach St.-Jean-de-Luz gefahren, damit wir dort auch mobil sind.

P A R I S

Da ich schon einige Male in Paris war und Katrin zum ersten Mal, haben wir eine Mischung aus neuem und Touri-Programm gemacht. Der erste Weg führte uns direkt an einem StreetFoodFestival mit tollen alten Bussen vorbei.

Paris Streetfood icecream

Am ersten Tag ließ das Wetter ein bisschen zu wünschen übrig, aber danach hatten wir Glück. Es war noch erträglich warm, so dass wir auch einiges besichtigen konnten. Der Aufstieg zur Basilika Sacré-Cœur war trotzdem ein richtiger Kraftakt! Für mich ist sie von innen aber viel schöner als Notre Dame und daher den Aufstieg allemal wert.

Paris Sehenswürdigkeiten Sorbonne Notre Dame Sacre Coeur

Zum ersten Mal bin ich auch auf die zweite Plattform des Eiffelturms gefahren (jaaaa, man hätte auch gehen können, aber die Temperaturen…). Mit einer leichten Höhenangst kein leichtes Unterfangen und ich habe mich auch immer eher mittig bewegt. Der Ausblick ist aber ein wirkliches Highlight jeder Paris-Reise!

Mit der Unterkunft hatten wir im Großen und Ganzen Glück. Ich bin ja ein Verfechter von Ferienwohnungen, möge der Urlaub auch noch so kurz sein. Man ist für sich, kann alles liegen lassen und vor allem selbst kochen. Denn was ich tatsächlich am allerliebsten in fremden Ländern tue, ist in Supermärkte zu gehen! Vor allem die Süßigkeiten und die Backartikel ziehen mich magisch an. Für solch einen Supermarktbummel plane ich mindestens schon mal eine Stunde ein. Da landen natürlich so viele Dinge im Wagen, die man nicht mal annähernd essen kann. Und wenn ich in Frankreich Urlaub mache, darf eine Sache NIE, NIE und NIEMALS fehlen: Das Schokobrioche von Brioche Pasquier! Mindestens zwei von diesen Riesenbroten nehme ich zum Direktverzehr mit und weitere zwei, die ich wieder mit nach Deutschland schleuse. Ich schneide das Brot auch nicht in Scheiben, sondern reiße es vom Laib ab und schlecke mir hinterher genüsslich die Schokofinger ab ;).

Macarons Paul Antik Paris Marais

Aber zurück zur Unterkunft. Unsere Ferienwohnung lag direkt im Marais-Viertel in der wunderschönen Straße „Rue des Rosiers“. Perfekt zum Bummeln und Schlemmen, war doch der beste Fallafel-Imbiss der Stadt direkt unter unserem Fenster. (Was allerdings auch ein Nachteil war, standen die Leute doch bis zum späten Abend dort Schlange und früh am Morgen schlängelte sich auch schon der Müllwagen durch die engen Gassen.)

Auch die bisher leckersten Macarons habe ich im Marais-Viertel genossen und zwar bei Damyel! Nach zweieinhalb schönen, aber auch sehr anstrengenden Tagen haben wir unsere Zelte in Paris abgebrochen und sind in den TGV Richtung Bordeaux gestiegen.

B O R D E A U X

Bordeaux

Bordeaux ist so eine Stadt für sich. Vor etwa fünf Jahren war ich schon mal dort und schon damals hat sie mich irgendwie verzaubert. Damals wie heute überlege ich immer, warum das so ist, wenn ich mir die Fotos angucke. Viel alt, viel Backstein, aber was Besonderes? Hmmm. Und dann bin ich in dieser Stadt und sie hat mich direkt wieder gepackt. Eine entspannte Größe, man kann alles zu Fuß erreichen, ein angenehmes Klima und nette Menschen. Zudem sehr leckere Paninis an jeder Straßenecke und ein breiter (aber ziemlich schlammiger) Fluss.

Bordeaux

Der Miroir d’eau ist wohl DAS Wahrzeichen von Bordeaux. Wenn die Sonne langsam untergeht, versammeln sich die Fotografen direkt mittig vor diesem Spiegel aus Wasser und mit Glück und Windstille bekommt man ein tolles Motiv! Direkt hinter mir ist übrigens die Garonne, an der sich auch abends viele Leute zum Schnacken versammeln. Und auf dem Miroir d’eau darf man sich auch immer abkühlen, vor allem wenn die kleinen Fontänen angehen :).

Miroir d'eau Bordeaux

C A B R I O   U N D   F E R I E N W O H N U N G

Am Flughafen von Bordeaux holten wir dann unseren Mietwagen ab – ein Peugeot Cabrio. Eine tolle Idee, wie wir dachten. Schön im Sommer in Frankreich Cabrio fahren. Aber ehrlich gesagt: Nicht noch mal! Dass die Sonne ziemlich heiß werden könnte, wenn sie einem an der Ampel auf dem Kopf steht, hätte man natürlich schon vorher ahnen können. Und auf der Autobahn Cabrio zu fahren kann man sowieso vergessen, zudem wenn man Gepäck im Kofferraum hat und somit das Dach nicht im Kofferraum verschwinden kann… Ab und zu sind wir dann aber extra auf der Landstraße gefahren, damit wir wenigstens etwas davon hatten. Nachmittags bezogen wir dann unser Quartier in St.-Jean-de-Luz. Eine wirklich tolle, große 3-Zimmer-Ferienwohnung in einem neugebauten Domizil am Rande des Ortes auf einem Berg. Der Blick direkt auf die Pyrenäen und ins Grüne. Modern und gemütlich eingerichtet mit allem Schnick und Schnack, den man für eine Woche Urlaub in einer Ferienwohnung braucht.

Ferienwohnung St.-Jean-de-Luz

B I A R R I T Z

Da Katrin und ich inzwischen ein eingespieltes Urlaubsteam sind, laufen unsere Urlaubstage meist ähnlich ab: Nach dem Frühstück erkunden wir für einige Stunden die Umgebung und am späten Nachmittag geht’s zurück in die Ferienwohnung und dann wird gekocht, gelesen, gespielt oder einfach nur entspannt. Dementsprechend haben wir auch einige Tagesausflüge gemacht. Einer führte uns nach Biarritz, DEM ehemaligen Treffpunkt des europäischen Adels! Lange Sandstrände und ein raues Klima geben der Stadt am Meer ihren eigenen Charme. Leider hatten die meisten Geschäfte gerade Mittagspause, als wir dort waren, aber eine Konditorei hatte Mitleid mit uns und hat uns kleine Köstlichkeiten beschert ;).

Biarritz

H E N D A Y E   U N D   D O N O S T I A – S A N   S E B A S T I Á N 

Ein größerer Tagesausflug stand auch noch an: wir wollten einmal über die Grenze nach Donostia-San Sebastián! Und das ließ sich natürlich perfekt mit einem Abstecher in Hendaye verbinden, da steht das Stadion von Lizarazu. Man sollte wohl eher Stadiönchen sagen.. Oder Fußballplatz mit drei Bänken ;). Aber hey, ich war da und es hat mich glücklich gemacht!

Hendaye France

San Sebastián war dagegen schon ein Traum! Ein toller Strand, eine wahnsinnig schöne Innenstadt, in der zu unserem Glück auch noch ein Musikfestival stattfand, und bestes Wetter! Der Ausflug hat sich also definitiv gelohnt.

Donostia San Sebastián

S T. – J E A N – D E – L U Z

Eine richtige Erkundung von St.-Jean-de-Luz haben wir erst am vorletzten Tag vorgenommen. Und schon wieder hatten wir Glück, es fand nämlich ein Stadtfest statt! Der Ort war mit Fähnchen geschmückt, es waren viele Essensstände aufgebaut und traditionelle Gruppen tanzten Volkstänze (ist jetzt nicht der Kracher, wenn man in Deutschland Urlaub macht, aber in anderen Ländern schon gut anzusehen). Zudem die große Markthalle, der Hafen und auch hier wieder der weiße, lange Sandstrand!

St.-Jean-de-Luz

2016-07-0311

Natürlich habe ich vorab schon in einigen Reiseführern geblättert und an einem Laden kommt man in St.-Jean-de-Luz nicht vorbei: Maison Adam! Gegründet im Jahre 1660 bekamen die Macarons eine größere Aufmerksamkeit zur Hochzeit von Ludwig XIV. mit Maria Theresia, die ebenfalls in St.-Jean-de-Luz stattfand. Diese Macarons haben allerdings nicht so viel mit den Macarons zu tun, die wir heute eher kennen. Ihr könnt es auf dem Bild links oben sehen. Eher sind es leichte Kekse ohne Füllung.

St.-Jean-de-Luz kulinarisch

D U N E   D U   P I L A T

Zum Abschluss unserer Reise gab es noch ein richtiges Highlight: die Dune du Pilat! Westlich von Bordeaux gelegen steht diese Düne direkt am Meer. Auf der einen Seite Pinienwälder, auf der anderen Seite der Atlantik. So gerne ich euch die Großartigkeit zeigen würde, es ist tatsächlich nicht möglich. Meine Bilder können nicht ansatzweise ausdrücken, welche Weitsicht und Herrlichkeit diese Düne bietet. Schaut euch am besten mal auf der Website um, da sind wirklich tolle Bilder!

Dune du Pilat, Pyla sur Mer

So, das war mein Urlaubsbericht über meinen Frankreichurlaub vom letzten Jahr. Vielleicht wird Frankreich ja auch morgen Europameister, dann gibt es noch einen Grund mehr dorthin zu fahren! Unten seht ihr noch zwei Fotos von unserer zweiten Unterkunft in Bordeaux, da wir spontan auf dem Rückweg dort noch einen Stop eingelegt haben. In dem Haus haben wir das Souterrain bewohnt, das Frühstück gab es im Wohn- und Esszimmer der Gastgeber. Wie ich finde immer eine tolle Erfahrung mit den Leuten vor Ort in Kontakt zu kommen.

Au revoir!
Bisous, Marileen

Bordeaux

4 Comments

  1. Elsa 9. Juli 2016 at 15:17

    Das ist ja mal ne richtig tolle Route, die ihr da zurck gelegt habt. Sowas möchte ich auch mal machen, nur dafür müsste ich wahrscheinlich jemand anderen als meinen Freund mitnehmen, der ist schon überfordert, wenn man ihn auf englisch anquatscht^^
    Und ich kann leider gar kein französisch…aber dafür Latein. Braucht man nämlich fürs Leben, haben sie gesagt^^

    Ganz liebe Grüße
    Elsa
    Spirellis Allerlei

    Reply
    1. Marileen von Holz&Hefe 9. Juli 2016 at 22:51

      Ich musste sehr lachen, als ich deinen Kommentar gelesen habe, liebe Elsa :D. Glücklicherweise habe ich mich von dem Latein-Gerede nicht einlullen lassen und habe mich für eine lebendige Sprache entschieden ;).
      Aber bei irgendeinem Quiz wirst du sicher mit einem Wort auf Latein den Jackpot knacken und dann hat sich das alles gelohnt!
      Ganz liebe Grüße, Marileen

      Reply
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