Türchen 19: Spitzbuben oder die Geschichte von Mandeln und Rosinen

Advent, Advent, nun fast das letzte Lichtlein brennt. Morgen ist schon der 4. Advent und bei mir startet heute der große Einpackmarathon. Zwar fange ich diesmal schon wieder nicht besonders früh an (wie ich in diesem Artikel noch gehofft hatte), aber ich habe alle Geschenke zusammen und somit kann ich mich tatsächlich das ganze Wochenende der Einpackerei widmen. Massen an Packpapier in diversen Farben lagern seit Wochen in meinem Bastelzimmer. Geschenkband aus Papier, Stoff und anderen umweltfreundlichen Materialen habe ich eingekauft. Die Geschenkanhänger werde ich noch cuttern, stempeln und anmalen. Am Ende des Tages wird das Zimmer ein einziges Chaos sein, aber ich habe die große Hoffnung, dass ich dann endlich mal zufrieden mit meinem Werk sein werde!

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Um ein wenig weihnachtliches Flair in diese Angelegenheit zu bekommen – was angesichts der herrschenden Temperaturen wirklich schwierig ist – stelle ich einen weihnachtlichen Radiosender an und setze mir Punsch auf.

Punsch ist auch so ein Thema. Als ich vor zehn Jahren von Flensburg nach Bremen zog, habe ich am ersten Tag meines ersten Bremer Weihnachtsmarktes die Mandeln und Rosinen an den Punschständen gesucht. Am ersten Stand gab es keine, am zweiten Stand gab es keine… Nirgendwo standen Mandeln und Rosinen, die es in meiner Heimat an jedem Stand gibt. Nach verwirrten Nachfragen meinerseits bei meinen Freunden kamen ebenso verwirrte Blicke zurück: Mandeln und Rosinen? In den Punsch? Ja sicher, sagte ich, und fühlte mich ein bisschen aussätzig. Niemand kannte diesen schönen Brauch. Wenn wir nun am Vormittag des heiligen Abends in den Braasch-Hof in Flensburg gehen werden und eng an eng mit vielen anderen Leuten die Feiertage einläuten, werde ich mir Massen an Mandeln und Rosinen in meinen Punsch schaufeln und diesen Brauch genießen :).

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Traditionell gibt es zum Punsch Schmalzbrote, aber da ich nicht so auf Schmalzbrote stehe, esse ich natürlich Kekse ;). Super passen die heutigen Spitzbuben dazu, lecker gefüllt mit Marmelade!

Hier das Rezept:

  • 300g Mehl
  • 100g gemahlene Mandeln
  • 150g Puderzucker
  • 1 Prise Salz
  • 3 TL Vanillezucker
  • 1 TL Zitronenabrieb
  • 200g Butter
  • 1 Ei
  • 300g rote Marmelade oder rotes Gelee (Himbeere, Johannisbeere o. Ä.)

Spitzbuben, Kekse mit Marmelade

Mehl, Mandeln, Puderzucker, Salz, Vanillezucker und Zitronenabrieb vermischen. Die Butter in Flöckchen und das Ei daraufgeben und mit den Knethaken des Rührgerätes zu einem glatten Teig verkneten. Zum Schluss müsst ihr den Teig noch kurz mit den Händen durchkneten und dann zwei Stunden kaltstellen.

Den Teig anschließend noch einmal durchkneten und auf einer bemehlten Arbeitsfläche etwa 3mm dünn ausrollen. Nun Plätzchen ausstechen und in jedes zweite Plätzchen ein kleineres Loch stechen. Die Plätzchen im vorgeheizten Backofen bei 160°C (Umluft) etwa 10 Minuten backen.

Die Marmelade bzw. das Gelee in einem Topf leicht erwärmen und glattrühren. Dann einen ordentlichen Klecks auf die heißen ganzen Plätzchen geben und je ein durchlöchtertes Plätzchen draufsetzen und leicht festdrücken.

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Eventuell noch mit Puderzucker bestäuben und dann zum Punsch reichen!

Habt ein schönes Wochenende,
eure Marileen

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3 Comments

  1. Krisi von Excusemebut... 19. Dezember 2015 at 11:02

    Mhh Spitzbuben, sehr lecker. Ich kenne den Brauch auch nicht, hier wird der Punsch oder Glühwein auch einfach nur so getrunken!;)
    LIebe Grüsse,
    Krisi

    1. marileen 19. Dezember 2015 at 14:48

      Scheint aus Skandinavien zu kommen, ich habe grad mal gegoogelt ;).
      Liebe Grüße, Marileen

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