Türchen 9: Der genagelte Rudolph

Es gibt Dinge, mit denen macht man sich in der Hausgemeinschaft Freunde: Schilder anmalen, die man dann im Hausflur aufstellt oder Kekse backen, die man den Nachbarn als Dankeschön für die abermalige Paketannahme überreichen kann, zum Beispiel. StringArt-Bilder gehören definitiv nicht dazu. Vor allem nicht, wenn man in einem Haus wohnt, das in den 30er Jahren gebaut wurde. Man muss dazu sagen, dass ich eine ruhige Nachbarin bin. Ich gehe auf Zehenspitzen durch die Wohnung, schließe Türen mit den Türklinken und höre auch keine laute Musik. So der Typ Spießer. Aber ich stehe dazu und bin glücklich damit ;). Als ich vor zwei Jahren in meine Wohnung gezogen bin, in der zuvor eine 94jährige Dame gelebt hat, stand ich natürlich erstmal vor der Herausforderung, meine Rentnernachbarn davon zu überzeugen, dass ich eben genauso ein Typ bin. Inzwischen klappt es ziemlich gut und tatsächlich freuen sie sich, wenn ich einmal im Jahr meinen Geburtstag feiere („Sie sind doch nur einmal jung.“).

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Gerade deshalb ist es mir ein Graus, StringArt-Bilder anzufertigen. Sägen und schleifen des Holzbretts und vor allem das Hämmern der Nägel in das Brett. Dafür ziehe ich also in den Keller und hoffe, dass meine Nachbarn mich diese halbe Stunde hämmern lassen (was sie auch getan haben).

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Und dann entstehen daraus Bilder wie das Herbstblatt oder nun eben dieses Abbild von Rudolph, dem Rentier!

Ihr braucht für solch ein Bild:

  • ein Holzbrett
  • evtl. Farbe
  • Vorlage
  • Nägel (nicht unterschätzen, ich brauchte bestimmt 100)
  • Hammer
  • Wolle

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Zuerst überlegt ihr euch, ob ihr die Holzscheibe anmalen möchtet. Dann legt ihr die Vorlage auf das Holz und malt mit einem Bleistift im Abstand von einem Zentimeter kleine Punkte auf das Holz. An den Stellen, wo es eng wird, könnt ihr die Abstände auch kleiner halten, zum Beispiel am Geweih. Anschließend die Nägel an diesen Stellen in das Holz hämmern.

Den Faden an einem Nagel festmachen und erst einmal außen um die Nägel legen, dann kreuz und quer. Am Ende wieder an einem Nagel festknoten und den Rest abschneiden. Fertig ist das gute Stück :).

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Wenn ihr solch ein Bild gerne einmal mit euren Kindern basteln möchtet, könnt ihr auch eine Korkplatte nehmen (evtl. auch anmalen) und die Nägel reindrücken!

Eure Marileen

4 Comments

  1. Tulpentag 9. Dezember 2015 at 13:13

    Wie schööön ♥ Wir haben sowas auch mal mit unseren Jugendlichen an der Arbeit gemacht. Ich liebe das Hämmern 😉 Ich bin übrigens auch der Typ Spießer, was die Nachbarn angeht 😀 Ich laufe auch auf Zehenspitzen und mache abends den Fernseher leise. Ich mache die Küchentür zu, wenn ich die Espressomaschine anschmeiße und ermahne meinen Freund, wenn er stampft 😀 Ich bin auch glücklich damit. Habe. Ein schöner Beitrag 🙂
    Lieben Gruß,
    Jenny

    1. marileen 9. Dezember 2015 at 18:51

      Das beruhigt mich sehr, Jenny ;). Vielen lieben Dank!
      Liebe Grüße, Marileen

  2. sonuranders 9. Dezember 2015 at 18:18

    Das sieht toll aus! Was die Nachbarn angeht, kann ich das bestens nachvollziehen 🙂 jahrelang im Altbau mit Spardecken gewohnt.

    1. marileen 9. Dezember 2015 at 18:52

      Danke schön! Scheint so, als hast du das hinter dir ;). Liebe Grüße, Marileen