Bulgursalat meets Frikadelle – Deutschland is(s)t bunt!

Ein bisschen abseits meiner normalen Holz- oder Hefeposts geht es dieses Mal um ein wichtigeres Thema. Die Vielfältigkeit in Deutschland. Seit Wochen wird ja bereits verstärkt über die Flüchtlinge gesprochen, die nach Deutschland einreisen. Durch meinen Beruf habe ich täglich mit Dutzenden Flüchtlingen zu tun. Die einen sprechen schon nach vier Monaten sehr gutes Deutsch, mit anderen kann man sich auch nach einem Jahr Aufenthalt in Deutschland nur auf Englisch oder über einen Dolmetscher unterhalten. Die einen sind nett, die anderen nicht. Aber glaubt mir, das ist bei den Deutschen ganz genauso! Eines haben aber alle gemein: Sie sind verzweifelt. Sie suchen eine feste Bleibe, wo sie wohnen und ihre Familie ins sichere Deutschland nachholen können. Und da müssen wir einfach helfen! Alle die, die jetzt so beschämend im Internet pöbeln, sollten sich fragen, was sie im umgekehrten Falle tun würden. In einem Land bleiben, in dem Krieg herrscht? In dem man immer Angst vor Bombeneinschlägen haben muss? In dem man vor allem Angst um seine Familie hat? Nein, ich denke viele von uns würden nach einem Platz auf der Welt suchen, an dem man in Sicherheit ist. An dem man unbeschwert rausgehen kann. An dem man seine Kinder friedlich aufwachsen sehen und in die Schule schicken kann.

Deutschland ist ein Einwandererland und wird es auch in Zukunft bleiben. Weil es uns hier so verdammt gut geht und wir nicht mit sechs Personen in einer 1-Zimmer-Wohnung wohnen müssen. Weil wir die Schulpflicht haben, die viele Kinder vielleicht verdammen, aber irgendwann merken, dass sie ein großes Geschenk ist. Und weil Deutschland bunt ist! Wenn ich hier in Bremen auf die Straße gehe, freue ich mich tatsächlich über die unterschiedlichen Kulturen! Ich finde es toll, wenn ich Menschen in bunten Gewändern aus anderen Ländern sehe und auf Hochzeiten aus anderen Kulturkreisen eingeladen werde. Es ist wahrlich nicht so, dass ich alles schönreden will. Sicher gibt es auch Schwierigkeiten im Miteinander. Was die Pünktlichkeit und die Lautstärke in einem Haus angeht, so bin ich doch ziemlich deutsch. Aber auch das lässt sich regeln, wenn man miteinander spricht. Auch finde ich, dass die Flüchtlingsaufnahme in den EU-Ländern besser verteilt werden sollte. Aber das ist heute nicht meine Aufgabe. Meine Aufgabe ist es zu helfen, wo ich kann.

In den letzten Wochen wurden einige tolle Initiativen aus dem Boden gestampft. Zwei davon sind ‚Blogger für Flüchtlinge‚ und das Blog-Event ‚Deutschland is(s)t bunt‚ von Conny von der Seelenschmeichelei. Conny hat auch einen mitreißenden Text zu diesem Thema geschrieben, den ihr euch unbedingt einmal durchlesen müsst!

Passend dazu habe ich vor zwei Monaten ein tolles Rezept für einen super leckeren Bulgursalat von einer Freundin bekommen. Falls ihr jetzt denkt: Bulgur.. hmmm.. ich weiß nicht. Kenn ich nicht, will ich auch nicht probieren. Ist nicht! Meine Familie und meine Freunde wissen, dass ich seeehr krüsch bin, was das Essen angeht. Auch ich zögerte kurz bei besagtem Bulgursalat, aber ich wollte Neues probieren und wurde positiv überrascht. Damit ihr seht, dass das Zusammenspiel von Deutschem und Nicht-Deutschem perfekt funktioniert, gibt es als Beilage Mini-Frikadellen :).

Auch wenn es pathetisch klingt: Wagt euch an neue, unbekannte Dinge heran. Sei es das genannte Essen oder eben vor allem euch noch unbekannte Menschen. Sprecht sie an, helft ihnen. Wir müssen und wir werden sie integrieren, damit sie hier in Deutschland eine Chance auf ein lebenswertes Leben erhalten!

Eure Marileen


Und nun zu meinen beiden Rezepten.

BulgursalatBulgursalat für 4 Personen:

  • 250g Bulgur
  • 300ml Brühe
  • 5 EL Olivenöl
  • 25g Butter
  • 3 Knoblauchzehen
  • 1 Salatgurke
  • 1 Bund Lauchzwiebeln
  • 2 Römersalatherzen
  • 2 Limetten
  • Salz, Pfeffer
  • 1/4 TL Kreuzkümmel
  • 400g körniger Frischkäse

Bulgursalat

Die Brühe zum Kochen bringen. Von der Kochstelle nehmen und 1 EL Olivenöl sowie den Bulgur einrühren. Den Deckel auf den Topf geben und zehn Minuten ziehen lassen. Anschließend die Butter und die gepressten Knoblauchzehen unter den Bulgur ziehen.

Die Salatgurke schälen, vierteln und in Stücke schneiden. Die Lauchzwiebeln putzen und ebenfalls in Stücke schneiden. Den Salat waschen, trocken schütteln und in Stücke zupfen. Alles zusammen in eine Schüssel geben.

Für die Marinade den Limettensaft und 4 EL Olivenöl mischen, mit Salz, Pfeffer und Kreuzkümmel würzen. Die Marinade zusammen mit dem Bulgur zum Salat geben. Zum Schluss den körnigen Frischkäse unterziehen und mit einigen Salatblättern garniert servieren. Schmeckt auch hervorragend mit Couscous!

Bulgursalat

Nun die Frikadellen (es werden etwa 20):

  • 500g gemischtes Hackfleisch
  • 1/2 helles Brötchen vom Vortag
  • 1 Zwiebel
  • 1/2 rote Paprikaschote
  • 1 Ei
  • 1/2 EL Senf
  • 1/2 EL Curryketchup
  • Salz (etwa 1 EL)
  • Pfeffer (etwa 1 TL)
  • Paprikapulver (etwa 1 TL)
  • evtl. ein Schuss Mineralwasser

Die Brötchenhälfte in Wasser einweichen und gut ausdrücken. Die Paprika und die Zwiebel kleinhacken und zusammen mit dem Brötchen und allen anderen Zutaten ordentlich vermengen. Kleine Bällchen formen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Bei 180°C Umluft im vorgeheizten Ofen etwa 20 Minuten backen, in den letzten Minuten gerne auch noch den Grill einschalten.

Die Frikadellen verlieren im Ofen ordentlich Flüssigkeit, aber sie machen so viel weniger Dreck als die aus der Pfanne :).

Lasst es euch schmecken!